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VET-Charta

Unterricht für Geflüchtete - Baustein zur Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt

Wie machen es Finnen und Niederländer?
 

Rahmen

Das Erasmus+ Mobilitätsprojekt für Bildungspersonal  „Teaching Refugees“

Projektträger: Robert-Schmidt-Berufskolleg, Essen

Teilnehmer/-innen

Lehrer/innen und Schulsozialarbeiterinnen des

  • Robert-Schmidt-Berufskollegs
  • Rheinisch-Westfälischen Berufskollegs für Hörgeschädigte
  • Berufskollegs West
  • Ekami Berufskollegs im finnischen Kotka
  • Aventus Berufskollegs im niederländischen Apeldoorn

Ziel

Besuche bei unserer finnischen und niederländischen Partnerschule

Leitfrage

„Mit welchen Methoden und auf der Basis welcher Organi­sationsstrukturen integrieren die finnischen und niederländischen Kollegen Geflüchtete in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt?“

Ablauf

Im September 2018 reisten acht Kolleginnen für eine Woche in das Ekami Berufskolleg im Südosten Finnlands. Der viertägige Besuch im Aventus Berufskolleg in Apeldoorn fand im März 2019 statt. Ein Kollege und sechs Kolleginnen nahmen teil.

Resultate des Besuchs bei Ekami, Finnland und wichtige Unterschiede

Voraussetzung für die Aufnahme: geklärter Aufenthaltsstatus

Klassenzusammensetzung: Migranten, Kontingentflüchtlinge und Geflüchtete werden in gemeinsamen Lerngruppen unterrichtet.

Unterrichtsstruktur: modular. Ein Modul dauert ca. 10 Wochen und kann wiederholt werden, wenn Aussicht auf Erfolg besteht. Zur Differenzierung gibt es langsame, mittlere und schnelle Kurse.

Curriculare Grundlage des Unterrichts: Ausarbeitung eines schuleigenen Curriculums auf der Grundlage eines nationalen Curriculums.

Finanzierung: Output-orientiert nach Anzahl der erfolgreichen Abschlüsse

Übergang Schule – Beruf: Die Geflüchteten können Berufsvorbereitungsworkshops am Nachmittag besuchen. Die Berufsausbildung findet schulisch statt, mit zunehmend längeren Praktikumsphasen in Betrieben

Unterstützung der Schule beim Übergang Schule – Arbeitswelt: durch städtische Institutionen, die fünf „Kuratoren“ der Schule und das regional zuständige ELY (Zentren für wirtschaftliche Entwicklung, Verkehr und Umwelt, zuständig für die regionalen Umsetzungs- und Entwicklungsaufgaben der finnischen Zentralregierung)

 

Resultate des Besuchs bei Aventus, Niederlande und wichtige Unterschiede

Das Aventus Berufskolleg in Apeldoorn informierte unseren Kollegen nicht nur über den eigenen Unterricht von Geflüchteten, sondern ermöglichte auch einen umfassenden Einblick in die Aktivitäten von anderen Organisationen/Institutionen (Grundschule, Betriebe, ehrenamtliche Organisationen)

Voraussetzung für die Aufnahme: Ähnlich wie in Deutschland unabhängig vom Aufenthaltsstatus (ähnlich wie in Deutschland), obligatorischer Besuch einer 2-jährigen Vorbereitungsklasse

Curriculare Grundlage des Unterrichts: schuleigene Curricula, deren Qualität regelmäßig extern kontrolliert wird

Finanzierung: Die Schule erhält für Geflüchtete eine erhöhte Pauschale; sie kann vom Lernenden zurückgefordert werden, wenn dieser seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.

Übergang Schule - Beruf: Unterstützung durch Aventus. Berufserkundungen werden angeboten. Die Geflüchteten können – abgesehen von der schulischen Berufsausbildung – auch selbst einen Ausbildungsplatz suchen.

Der Gegenbesuch aus Finnland

Durch den Besuch im Ekami Berufskolleg in Kotka entstand dort der Wunsch, einen Gegenbesuch in Deutschland zu machen. Im April 2019 waren drei finnische Kolleginnen vier Tage zu Gast bei uns, um sich über verschiedene Etappen der Integration von Geflüchteten in den deutschen Arbeitsmarkt zu informieren. Am ersten Tag besuchten sie zusammen mit deutschen Kollegen, die in Bildungsgängen des dualen Systems Geflüchtete unterrichten, das thyssenkrupp Quartier. Informationen über das tk Projekt „we help“, in dem 150 Geflüchteten Praktikums- und Ausbildungsplätze bei tk vermittelt wurden, standen im Mittelpunkt des Besuchs. Grundlegendes über die Projektidee, deren Umsetzung, die Auswahl der Auszubildenden, Chancen und Herausforderungen, die ausbildungsbegleitende Unterstützung und die Einbettung des „we help“ Projekts in die unternehmensübergreifende Initiative der deutschen Wirtschaft „Wir-Zusammen“ bildeten eine sehr tragfähige Grundlage für den anschließenden Erfahrungsaustausch zwischen deutschen und finnischen Berufsschullehrern und Projekt- und Ausbildungsverantwortlichen von thyssenkrupp. Die Konferenzsprache war Englisch.

Der Besuch wurde abgerundet durch eine anschließende englischsprachige Quartiers-Führung. Die Gruppe lernte den Einsatz zukunftsorientierter Technologien im Gebäudemanagement kennen.

An den folgenden Tagen besuchten unsere finnischen Gäste eine unserer internationalen Förderklassen, eine B1 Klasse mit Geflüchteten, Berufsschulklassen, in denen Geflüchtete integriert sind und eine MFA Vorbereitungsklasse, in der Geflüchtete einmal in der Woche Fachunterricht erhalten, an den übrigen Tagen ein Praktikum im medizinischen Bereich absolvieren, um im Anschluss eine Ausbildung als Medizinische/r Fachanstellte/r zu beginnen.

Internationale Förderklasse am Robert-Schmidt-Berufskolleg